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Das war der erste Weltkongress in Kenia

IFAJ 2025 schrieb Geschichte: Erstmals fand der Weltkongress der Agrarjournalisten in einem ostafrikanischen Land statt – in Kenia, im «cradle of mankind» rund um Nairobi. Rund 180 Teilnehmende aus 38 Ländern reisten Mitte Oktober nach Ostafrika, darunter aus der Schweiz die SAJ Mitglieder Hansjürg Jäger, HAFL Dozent und Kirsten Müller, SAJ-Präsidentin.

 

Von Kirsten Müller 

 

Premiere in Nairobi

 

Vom 15. bis 18. Oktober 2025 drehte sich in Nairobi alles um das Motto „Unlocking the agricultural potential in the cradle of mankind“. Der Kongress war im Boma Hotel und an verschiedenen Exkursionsorten rund um Nairobi angesiedelt und knüpfte an die langjährige Tradition der IFAJ-Weltkongresse an, die jedes Jahr von einer nationalen Agrarjournalisten-Organisation ausgerichtet werden. Gastgeber war die kenianische Journalistengilde MESHA (Media for Environment, Science, Health and Agriculture), die mit einem vielfältigen Programm Natur, Landwirtschaft und Medienarbeit in Kenia ins Zentrum stellte.

 

Kenia als Agrarland im Fokus

 

Kenia präsentierte sich als dynamisches Agrarland mit starker Kleinbauernbasis, bedeutenden Exportsektoren wie Tee, Kaffee und Gartenbau speziell Blumen sowie einer wachsenden Agritech-Szene. Landwirtschaft trägt rund ein Drittel zur kenianischen Wirtschaftsleistung bei und sichert das Einkommen von Millionen Menschen; entsprechende Strategien wie die Agricultural Sector Transformation and Growth Strategy (ASTGS) sollen Produktivität, Wertschöpfung und Ernährungssicherheit gezielt steigern. In Feldbesuchen standen auch innovative Betriebe und Projekte zu klimaresilienter Produktion im Zentrum.

Neuer Stiftungsrahmen für den Agrarjournalismus

 

Beim executive Meeting stand die Gründung der Global Foundation for Agricultural Journalism (GFAJ) auf den Traktanden. Die neue Stiftung soll Ausbildungsangebote, Integrationsprojekte und Fundraising fördern, um Agrarjournalismus weltweit – insbesondere in aufstrebenden Regionen – zu stärken. Ziel ist es, die Kapazitäten von Medienschaffenden auszubauen, Qualifizierung zu fördern und neue Finanzierungsquellen für Programme der IFAJ zu erschliessen.

 

IFAJ wird zum Forum

 

Parallel dazu wurde die IFAJ rechtlich neu aufgestellt: Die bisherige Struktur nach britischem Recht wurde in die IFAJ Ltd. überführt und das «F» im Namen von «Federation» zu „Forum“ weiterentwickelt. Damit soll großen Mitgliedsverbänden mehr Mitsprache bei strategischen Fragen eingeräumt und die Organisation insgesamt handlungsfähiger und moderner aufgestellt werden. Das Forum-Modell soll zugleich die Einbindung neuer oder kleinerer Verbände erleichtern und Kooperationen mit Stiftungen und Sponsoren vereinfachen.

 

Programme laufen weiter

 

 

Trotz der Strukturreform bleiben zentrale IFAJ-Programme bestehen: Das Young-Leaders-Programm, die Star-Prize-Wettbewerbe, die Partnerschaft mit Syngenta und der ISF-Kongress werden unverändert weitergeführt. Für den beliebten Master-Class-Kurs zur Weiterbildung erfahrener Agrarjournalistinnen und -journalisten wird derzeit noch ein neuer Sponsor gesucht, um Inhalt und Reichweite des Programms sichern zu können.

Finanzkomitee und Stiftungsarbeit

 

Um die neue Global Foundation for Agricultural Journalism professionell zu begleiten, richtet der IFAJ einen Finanzausschuss ein. Das Gremium soll Budgetplanung, Mittelakquise und langfristige Finanzierung der internationalen Programme koordinieren. Zudem war dem Thema eine eigene Sitzung am Kongress gewidmet, in der Delegierte über Governance, Transparenz und Prioritäten der Stiftungsarbeit diskutierten.

 

Bedeutung für die Schweiz

 

Für die Schweizer Delegierten Hansjürg Jäger und Kirsten Müller bot der Kongress die Gelegenheit, internationale Kontakte zu pflegen und Themen wie Klimaanpassung, Digitalisierung und Qualitätssaatgut im globalen Kontext zu vertiefen. Über den SAJ ist die Schweiz in die neuen Strukturen von IFAJ-Forum und Global Foundation eingebunden – ein Vorteil für die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen, den Zugang zu Netzwerken und die Sichtbarkeit des Schweizer Agrarjournalismus auf der Weltbühne.