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Mkulima Mdogo: Wie Lamech Victorious mit Setzlingen und Social Media die Landwirtschaft in Kenia modernisiert.

Text und Bilder: Hansjürg Jäger / Der Artikel ist im Rahmen des IFAJ Congress 2024 in Kenia entstanden. 

Mkulima Mdogo produziert in Kenia Setzlinge. (hja)
Mkulima Mdogo produziert in Kenia Setzlinge. (hja)

Lamech Victorious wirkt zurückhaltend, fast etwas schüchtern, als er im Oktober eine Gruppe von Agrarjournalist*innen in Gitura, Kenia, empfängt. Sobald er aber von seiner Geschichte und der Geschichte von Mkulima Mdogo zu erzählen beginnt, ist es mit der Schüchternheit vorbei. In kurzen, klaren Sätzen schildert er die Entwicklung der letzten acht Jahre. Und zu erzählen gibt es einiges.

 

Doch der Reihe nach: Mkulima Mdogo ist Suaheli und bedeutet etwa «Der kleine Bauer». Gegründet hat Lamech Victorious die Firma 2018 mit dem Ziel, Setzlinge zu ziehen und zu verkaufen. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile über 80 Mitarbeitende, produziert Setzlinge, Düngemittel und Futtermittel-Zusätze für Landwirt:innen in Kenia und benachbarten Ländern. Der Hauptsitz der Firma ist in Gitura, einer kleinen Stadt gut anderthalb Autostunden nördlich von Nairobi.

 

Entstanden ist die Firma eher zufällig. Nach einem schweren Unfall verbrachte Lamech Victorious ein ganzes Jahr mehr oder weniger im Spital und auf Social Media. Dort entdeckte er eine sehr aktive Landwirtschafts-Community und begann, mit einigen Menschen zu schreiben. Manchmal gab er Tipps und Tricks weiter. Manchmal ergab sich einfach ein Austausch. Und irgendwann realisierte Victorious, dass der Setzlingsmarkt besser funktionieren könnte, als er es tatsächlich tat: «Viele Setzlingsproduzenten sind älter und nutzen keine Social Media für ihre Vermarktung». Als es Victorious gelang, einem Exporteur bei der Beschaffung von 10'000 Passionsfrucht-Setzlingen zu helfen, erkannte er das Potenzial der neuen Kommunikationsmittel. Er gründete Mkulima Mdogo Seedlings, investierte in Social Media und den Anbau von Setzlingen.

 

Dass sich damit Geld verdienen lässt, das war Lamech Victorious schon früh klar. Schon als Kind lernte er von seinem Grossvater, dass sich mit dem Verkauf von Mais Geld verdienen lässt. «Das war wohl eine der grössten Lektionen: Landwirtschaft bringt Geld.» Und Geld, das ist für Victorious zu Beginn knapp und immer Mittel zum Zweck. 2018 beginnt er auf 10 Aren mit der Setzlingsproduktion. Die Erträge investiert er gleich wieder in den Betrieb, vergrössert nach und nach die Fläche, das Sortiment und den Kundenstamm. Von 2020 bis 2022 sorgt die Covid-19-Pandemie für einen Boom im Verkauf von Gemüsesetzlingen. In der gleichen Zeit beginnen, die Düngerpreise zu steigen. Lamech Victorious realisiert, dass sich viele Bauern und Bäuerinnen Dünger nicht mehr leisten können. 2022 beginnt er, Dünger herzustellen und zu verkaufen.

 

Heute beschäftigt Victorious über 80 Mitarbeitende. 2023 gewann er den Preis «Best Youth in Agriculture». Und Zukunftspläne hat der 29-jährige grosse: «Wir werden ganz Ostafrika mit Setzlingen beliefern. Und ich will zeigen, dass die Landwirtschaft nicht altmodisch ist»

 

 

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Lamech Victorious empfing die Journalistinnen und Journalisten. (hja)
Lamech Victorious empfing die Journalistinnen und Journalisten. (hja)